Die Griechenland-Krise
Die Finanzlage des griechischen Staates stellt sich bereits seit geraumer Zeit in einer Besorgnis erregenden Verfassung dar. Erst im Verlaufe des Jahres 2009 wurde jedoch die Dimension des Defizits bekannt. In regelmäßigen Abständen gibt es seitdem neue niederschmetternde Nachrichten aus dem Land an der Ägäis. Ein Rettungspaket, das viele Milliarden Euro schwer ist, soll das Land vor der drohenden Staatspleite retten. Der Internationale Währungsfond und die europäischen Partner innerhalb der EU wollen Griechenland davor bewahren. Die folgende Chronik soll einen Überblick über den bisherigen Verlauf der Krise geben.
Im Oktober 2009 revidiert die neu im Amt befindliche griechische Regierung die Verschuldung des Staates auf 12,7 Prozent.
Mitte Dezember 2009 stufen zwei Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes herab. Das heizt Spekulationen auf eine Pleite Griechenlands an. Griechische Staatsanleihen müssen einen erhöhten Risikoaufschlag in Kauf nehmen.
Im Februar 2010 sagt die EU politische Hilfe für Griechenland zu.
Im März 2010 wird ein Hilfspaket zugesagt.
Im April 2010 einigen sich die Finanzminister über die Einzelheiten dieses Hilfspaketes, das über 3 Jahre laufen soll.
Ende April 2010 beantragt Griechenland dieses Hilfsprogramm. Daraufhin stufen Standards & Poor’s Griechenland weiter herab.
Anfang Mai 2010 einigen sich die Europäische Zentralbank, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfond mit der Regierung Griechenlands auf ein Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen.
Innerhalb weniger Tage werden nun weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht. So stimmt das Bundeskabinett deutschen Hilfen zu, deutsche Banken erklären sich bereit, griechische Anleihen zu erwerben, das griechische Parlament gibt seine Zustimmung zum Sparpaket, der deutsche Bundestag verabschiedet das Gesetz für die Griechenland-Hilfe, IWF und EU beschließen ein Paket von 750 Milliarden zur Stabilisierung des Euro, Griechenland erhält die ersten Tranchen der Hilfszahlungen. All dies geschieht innerhalb einer guten Woche.
Ende Juli 2010 muss sich der griechische Haushalt einer Prüfung durch europäische Esxperten unterziehen lassen.
Im September 2010 wird festgestellt, dass die griechische Wirtschaft auf Grund des Sparkurses schrumpft.
Im Oktober 2010 betritt ein neuer Akteur die Bühne. China bietet finanzielle Hilfe für Griechenland an.
In den Monaten November und Dezember 2010 kommt es zu umfangreichen Protesten der griechische Bevölkerung, die unter dem Sparkurs leiden muss. Diese Proteste ziehen sich bis zum Februar 2011 hin und münden sogar in einen Generalstreik.
Im April 2011 muss konstatiert werden, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland auf Grund des Stellenabbaus im öffentlichen Dienst beängstigend angestiegen ist.
Die zur Euro-Zone gehörenden Staaten bekräftigen im Mai 2011, dass das Ausscheiden Griechenlands aus dem Währungsverbund nicht zur Diskussion stehe.
Im Juni 2011 wird dem Land vom IWF, der EU und der EZB ein positives Zeugnis betreffs seiner Sparmaßnahmen ausgestellt. Griechenland beginnt mit dem Verkauf von Anteilen der staatlichen Telefongesellschaft. Der griechische Premierminister bildet ein neues Kabinett.
Ende Juli 2011 wird ein zweites Hilfspaket für Griechenland auf dem europäischen Sondergipfel mit einem Volumen von über 100 Milliarden Euro beschlossen.
Um das Staatsdefizit weiter zu senken, werden von der griechischen Regierung im September 2011 Massenentlassungen in staatseigenen Unternehmen angekündigt.
Nun, Anfang Oktober 2011, wartet Griechenland auf die nächste Tranche aus dem Hilfspaket und es ist nicht abzusehen, ob das Land und die gesamte Europäische Union diese schwere Krise bewältigen können.